Videokonferenz ergibt Tendenz zur Einfachrunde bei Saisonfortsetzung

In insgesamt drei online-Konferenzen hat sich der Handballverband Niedersachsen mit Vereinen aus Ober- und Verbandsliga über Möglichkeiten einer Fortsetzung des Spielbetriebes in 2021 ausgetauscht. Aktuell ruht der Spielbetrieb, Verband und Vereine hoffen auf eine Fortsetzung Ende Februar. Mit einer Öffnung der Sportstätten für den Trainingsbetrieb wird frühestens ab dem 11. Januar gerechnet. „Wenn überhaupt“, meinte Jens Schoof, Vizepräsident/Spieltechnik in einer Mitteilung auf der Homepage des Verbandes. Zwei Vorschläge standen im Mittelpunkt: Zum einen die Aufteilung in je drei Staffeln mit Hin- und Rückspiel ohne Wertung der bislang gespielten Partien. Zum anderen eine Einfachrunde mit Wertung der absolvierten Spiele – dieser Vorschlag fand bei den Vereinen die größte Zustimmung. Es gab aber auch Vereine die einen Abbruch der Saison favorisierten.

„Wir wollen gern mit den Punkten weiterspielen“, sagte Bertrand Salzwedel vom Arbeitskreis Handball beim MTV Großenheidorn. Also die Einfachrunde, der MTV hat bislang drei Spiele absolviert und steht mit 6:0-Punkten ganz oben. Vorschläge in Richtung spielen ohne Wertung lehnt Salzwedel ab, obschon „nichts undenkbar sei“. „Der HVN muss den Vereinen eine Perspektive geben“, fordert Salzwedel. Er bescheinigte dem Verband sich viel Mühe gemacht zu haben und begrüßte den Meinungsaustausch ausdrücklich. „Ein guter, großer Schritt in die richtige Richtung“, sagte Salzwedel. Der Verband wird jetzt versuchen, ein richtiges Meinungsbild herauszufiltern, weitere Videokonferenzen sollen folgen. Bis auf wenige wollten alle spielen, so Salzwedel. „Das ist im Sinne der Spieler, es kann sein, dass wir am Ende sehr flexibel sein werden“, so Salzwedel.

Der HV Barsinghausen gehört zu den Vereinen, die lieber nicht weiterspielen mögen. „Da wir davon ausgehen müssen, dass mindestens vor März kein Spielbetrieb mehr möglich sein wird würden wir einen Abbruch der Saison begrüßen“, erklärt HVB-Teammanager Julian Frädermann. Sollte noch ein Spielbetrieb möglich sein könne man die Ligen  verkleinern und ohne Wertung spielen, eine Liga für Mannschaften die unbedingt aufsteigen wollten sei gegebenenfalls denkbar, so Frädermann.

„Es ist schon mal ein guter Weg“, meint Andre Steege, Coach der HSG Schaumburg Nord zum ungewohnten Austausch zwischen Verband und Vereinen. Nichtsdestotrotz befürchtet Steege das entstehen eines Flickenteppichs, nämlich dann, wenn nicht alle betroffenen Regionen unter der Inzidenz von 35 liegen. Dann gäbe es wieder Spielabsagen, wieder das Problem mit einem uneinheitlichen Saisonverlauf. „Ich persönlich kann mir nur schwer vorstellen, dass wir die Saison zu Ende spielen“, so Steege. Grundsätzlich tendiert die HSG zur Einmalrunde, hätte sich aber auch kleinere, regionalere Staffeln vorstellen können. „Wegen der kürzeren Fahrtzeiten“, meint Steege.

Dabei sind technische Probleme noch nicht einmal eingepreist. „Wir brauchen als Mannschaft eine gewisse Vorlaufzeit, drei Wochen reichen da nicht“, erklärt Steege. Denn schließlich müssten auch genügend Hallenzeiten da sein, ein Problem mit großer Tragkraft. Die Hallen sollten dann auch noch spielbar sein, mit Umluft geheizte Hallen kommen da nicht in Frage. Und ob jeder Verein eine Ausweichmöglichkeit organisieren will oder kann steht in den Sternen. Alles hängt an der Entwicklung der Pandemie, die Probleme bei einer Saisonvorbereitung scheinen fast unüberwindlich. Dennoch: Das sich der HVN erstmals ernsthaft mit den Vereinen „zusammensetzt“ und grundsätzliches nicht per Präsidiumsbeschluss verkündet macht Hoffnung. Es gibt noch mehr Möglichkeiten, etwa ein Turniermodus, um die Saison mit einer sportlichen Wertung zu beenden.

Quelle: SHG-Sport.de

Scroll to Top